Final Fantasy XIII-2

      Final Fantasy XIII-2

      Ist ja ruhig hier im Forum geworden :D Na dann poste ich mal wieder was und gebe bei der Gelegenheit gleich ne Erklärung ab, was meine Computerzeit aufgefressen hat. Final Fantasy XIII-2 hat mich nicht losgelassen...

      Final Fantasy selber kenne und spiele ich seit Final Fantasy VII (mit Ausnahme der beiden Onlineableger). Es ist kein Geheimnis, dass ich großer Fan des Vorgängers Final Fantasy XIII bin, der es sogar schaffte bei mir Final Fantasy VII vom Thron zu stoßen. Damit schwimme ich gegen den Strom der Fans und zahllosen Kritiker.

      Nun verspricht der sehr schnell und ohne großes Marketingbrimborium nachgeschobene Nachfolger, die Schwächen des Vorgängers auszumerzen und all die Freiheiten zu bieten, die der Vorgänger verweigerte.



      Serah, die im Vorgänger als Nebencharakter eingeführte Schwester von Lightning, rückt zusammen mit dem neuen Charakter Noel in den Mittelpunkt der Handlung. Lightning ist an einem Ort namens Valhalla gefangen, während die Zeitlinie manipuliert wurde. Serah und Noel springen nun durch die Zeitebenen und versuchen die Dinge wieder gerade zu rücken. Die beiden bleiben über das ganze Spiel hinweg auch die einzigen spielbaren Hauptcharaktere. Die alten liebgewonnenen Helden aus dem Vorgänger tauchen nur als Nebencharaktere oder in kurzen Cameoauftritten auf.

      Der Vorgänger ordnete noch alles der Geschichte unter und opferte dafür auch spielerische Freiheiten und liebgewonnene Features. Im Gegenzug bot er einen perfekt getimten Spannungsbogen, echte emotionale Höhepunkte und symphatische Charaktere, denen im Laufe der Handlung eine spürbare Entwicklung gegönnt wurde.

      Der Nachfolger macht es nun in Folge der Kritik genau anders herum. Er ordnet alles den spielerischen Freiheiten sowie der Abwechslung unter. Das die Fans das Spiel diesmal wegen Schwächen bei der Story zerreissen, erscheint mir ein wenig unfair. Selten war ein Final Fantasy so abwechslungsreich, offen und vollgestopft mit Entscheidungsmöglichkeiten sowie Nebenbeschäftigungen. Man erkennt jederzeit den Willen der Entwickler, die Kritik des Vorgängers wieder gut zu machen. Dabei sind sie nur ein wenig übers Ziel hinausgeschossen.



      Bleiben wir jedoch zunächst bei den Freiheiten. Das Konzept der Zeitreisen ermöglicht in erster Linie eine Menge Freiheiten für den Spieler, der immer zwischen verschiedenen Zeitebenen und Orten hin und her springen kann, um den dort angebotenen Herausforderungen, Minispielen oder Nebenquests zu folgen. Rätsel und Quests verbinden dabei öfter geschickt mehrere Zeitebenen des selben Ortes.

      Auch die Gespräche sind interaktiver geworden. Es gibt während der Dialoge immer wieder verschiedene Antwortmöglichkeiten. Diese beeinflussen meist den Verlauf des Gesprächs und die anschließende Belohnung, führen jedoch nicht zu echten Verzweigungen in der Haupthandlung. Trotzdem ist dies ein Beispiel für eine der Kleinigkeiten, die ein ganz anderes Spielgefühl erzeugen. Besonders in Erinnerung blieben mir dabei zwei grandios inszenierte moralische Entscheidungen im späteren Spielverlauf (z.B. auf einem Steg am Strand), die zumindest mich ins Grübeln und in die Zwickmühle gebracht haben. Neben den Dialogoptionen gibt es viele weitere kleinere Veränderungen, die der Atmosphäre zu Gute kommen. Bereits im Küstendorf zu Beginn kann ich erste Nebenquests annehmen und den Bewohnern bei ihrem Leben zuschauen. Sowieso wirken NPCs gesprächiger und lassen auch ohne Nebenquests immer wieder kleine Kommentare (durchaus auch mit Bezug zu den Spielerhandlungen) fallen. Dadurch wirkt die Welt von Final Fantasy sofort viel belebter. Die größeren und verzweigteren Gebiete belohnen zudem den Erkundungsdrang viel stärker, als es die Schlauchlevel aus dem Vorgänger konnten.

      Eine weitere Bereicherung ist das Sammeln von Monstern. Fast jedes Monster lässt sich zähmen und neben Serah und Noel in die Kämpfe mitnehmen. Anders als Serah und Noel sind Monster auf eine spezifische Rolle (z.B. Verteidiger oder Heiler) festgelegt, können jedoch über spezielle Zutaten in ihrem eigenen Kristarium bis zu 99 Stufen hochgelevelt werden und gewissen Grenzen Fertigkeiten von anderen gezähmten Monstern übernehmen. So züchtet man sich seine ganz eigene Armee heran, gibt jedem Mitglied einen Namen und individualisiert sie auch optisch mit verschiedenen freischaltbaren Dekorationen wie z.B. Hüten oder Tattoos. Ist in Kämpfen dann der Empathiebalken des Monsters voll, kann man besondere Spezialattacken abhängig von der Art des Monsters auslösen, die mit kurzen Quicktimeevents realisiert werden. Quicktimeevents kommen auch bei verschiedenen Bosskämpfen zum Einsatz, bleiben aber wohldosiert, um nicht auf die Nerven zu gehen.



      Das Kampfsystem an sich hat sich nicht groß verändert. Dafür ist von Beginn an der Anspruch gestiegen, wohl um dem Vorwurf zu begegnen, der Vorgänger sei die Hälfte des Spiels lang nur "Autobattle" gewesen. Dem Anspruch kann man natürlich durch Grinding begegnen und die Schwierigkeit für die Standardgegner auf Kindergarteniveau drücken.Spätestens die Bosskämpfe nach dem Ende der Haupthandlung verlangen aber ausgefeilte Taktiken, blitzschnelle Reaktionen im Kampf und eine gut gewählte Gruppenzusammenstellung. Durch die Hauptgeschichte kommt man auch ohne großes Grinding.

      Final Fantasy XIII-2 führt bei den Kämpfen wieder die Zufallskämpfe ein, denen man jedoch innerhalb eines kurzen Countdowns auch ausweichen kann. Das Leveln im Kristarium verlangt bei Serah und Noel nun mehr Mitdenken, da alle paar Knoten "Sonderboni" auf die Attribute vergeben werden, die davon abhängen, welche Rolle man damit grad steigert. Auch bei Kristariumserweiterungen müssen Entscheidungen getroffen werden (z.B.: will ich einen weiteren ATB-Balkenabschnitt oder schalte ich eine neue Rolle frei?).

      Beschäftigungen abseits der Haupthandlung sind zahlreiche verhanden. Nebenquests gibt es über den gesamten Verlauf des Spiels genug angeboten (ein Großteil der 160 sammelbaren Fragmenten stammt aus ebensolchen Nebenquests). Die Jagd nach neuen Komponenten und Monstern hält ebenfalls konstante Ablenkungen von der Haupthandlung bereit. Auch wenn es "richtiges" Crafting immer noch nicht gibt, kann ich Zutaten für verschiedene Ausrüstungsgegenstände inkl. besonders mächtiger Waffen sammeln. Schätze gibt es nun auch in getarnter Form oder außerhalb der unmittelbaren Reichweite, weshalb man seinen Mog (der kleine Sidekick und Glücksbringer von Serah) öfter durch die Gegend schmeißen muss. Das Casino bietet zahlreiche Glücksspiele einschließlich eines Chocoborennens, bei dem man seinen selbst gezüchteten Chocobo in 5 verschiedenen Rennligen (Geheim- und Sonderrennen inkl.) antreten lassen kann. Zum Auflösen von Zeitparadoxa sind zudem öfter verschiedene Logikrätsel zu lösen.



      Das Spiel sieht zudem wieder sehr gut aus, auch wenn die Produktionswerte in Form aufwendiger CGI-Sequenzen spürbar zurück gefahren wurden. Auch die verschiedenen Wettereffekten tragen einiges zur Atmosphäre bei. Die Musikuntermalung ist sehr abwechslungsreich und die englische Synchronisation ist auf dem Niveau des Vorgängers.

      Leider gibt es dann doch eine Schwäche. Serah und Noel als Hauptcharaktere bleiben leider relativ blass und uninteressant. Kein Vergleich mit der Chaostruppe aus dem Vorgänger. Gleichzeitig zerfasert die Haupthandlung zwischen all den Zeitebenen und Nebenbeschäftigungen. Somit hat Final Fantasy XIII-2 letztendlich all die Kritikpunkte des Vorgängers ausgebügelt, schwächelt aber dafür im Bereich der Story und der Charaktere. Die Geschichte ist trotzdem gut und gewinnt grad in der zweiten Hälfte ordentlich Fahrt. Bei Final Fantasy ist man da aber mehr gewohnt.

      Zum Abschluss noch ein Trailer:

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      Und ein Einblick in den abwechslungsreichen Soundtrack:

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      So ich hoffe nicht gelangweilt zu haben :D Mich hat Final Fantasy XIII-2 gefesselt und immerhin über 60 Spielstunden an der Konsole gehalten. Wobei ich längst noch nicht alle Fragmente, Bosskämpfe und alternative Enden freigespielt habe.
      guthwulf04 (Steam), dreosan (PSN), Guthwulf06 (Xbox), Guthwulf16 (Nintendo: FC 2208-9045-8450)
      ich hasse das Spiel allein schon wegen der nervigen Werbung die auf manchen Seiten (wie gameone.de) so penetrant eingesetzt wurde das ich einen Schreikrampf bekomme wenn die Werbung wieder irgendwo auftaucht
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      AAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHH

      Ab ansonsten habe ich nie Final Fantasy gespielt und sehe auch keinen Grund es jemals zu tun :P
      Diese Serie geht komplett spurlos an mir vorbei. Ein Kumpel scheint Deine Meinung aber zu teilen und ist auch sehr angetan.
      Soo nachdem ich zahlreiche Werbungen und Berichte über Final Fantasy XIII-2 gesehn hab, hab ich mir FF XIII für 10€ ergattert.
      Mal schaun ob mir der erste Teil gefällt, vielleicht leg ich mir dann auch noch XIII-2 zu.

      :)

      Ich hab zwar mitbekommen, dass der 2. Teil einiges im Vergleich zum Vorgänger verbessert haben soll, allerdings möchte ich gerne die Charaktere kennenlernen und die Story erleben.

      Auf zur Mission Final Fantasy XIII, XIII-2 !!! :D